Sommerfest 2011

Auch in diesem Jahr hatten wir bei unserem Sommerfest wieder herrliches Wetter mit viel Sonne und klarem Himmel in Lörzweiler.

Zu Beginn stellte Fr. Delgado Sanchez die neuen Besucher dieser Feier vor und bedankte sich für die Gastfreundlichkeit, die die Mitarbeiter der Firma bei den Patienten und ihren Familien erleben. Ein Newsletter für die M. Fabry Patienten wurde dieses Jahr erstellt. Die Themen kamen aus der Praxis und wurden mit Hilfe von renommierten Ärzten zusammengefasst.

Die Heimtherapie beschränkt sich nicht nur auf die Gabe von einem Medikament in häuslicher Umgebung, sondern versteht sich als ganzheitliche Betreuung der Patienten und ihrer Umgebung. Die MHS Medical Home Service GmbH legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Ärzten, betonte die Pflegedienstleiterin. Dafür ist die Aktualisierung der Krankengeschichten für das Personal unerlässlich durch aktuelle Arztbriefe. Die Aufnahme oder Veränderung von Medikamenteneinnahme und deren möglichen Neben-/Wechselwirkungen ist Bestandteil einer guten Betreuung.

Das Logo der Firma wurde überarbeitet. Auch wurde in diesem Jahr die Heimtherapie von der Ethik-Kommission für immer zugelassen.


Im Anschluss sprach Fr. Dr.Ingrid Schermuly über das Thema:

Psychische Aspekte bei Morbus Fabry: Stress und Stressbewältigung

Verschiedene Situationen, Lebensereignisse oder auch eigene Gedanken können beim Menschen Stress auslösen. Chronische Erkrankungen, wie auch Morbus Fabry, stellen eine häufige Ursache von Stress bzw. körperlichen Stressreaktionen dar.

Die körperliche Stressreaktion ist angeboren und biologisch sinnvoll. So besteht der biologische Sinn darin, eine Gefahrensituation durch Flucht oder Kampf bewältigen zu können. Dafür benötigt der Körper viel Energie, die ihm durch die Auslösung der körperlichen Stressreaktion zur Verfügung gestellt wird. Unter Belastung wird die Stressreaktion automatisch in Gang gesetzt.

Für die Auslösung und Steuerung der körperlichen Stressreaktion ist das vegetative Nervensystem verantwortlich. Es dient der Überwachung und Regulierung von Blutkreislauf, Herztätigkeit, Blutdruck, Atmung, Körpertemperatur und Verdauung. Bei Situationen, die eine schnelle Reaktion erfordern, z.B. Bedrohung oder Stress, kommt es zu einer Aktivierung des Körpers.

Eine gewisse Stressdosis ist wichtig und notwendig um ein gutes Leistungsniveau in verschiedenen Lebensbereichen zeigen zu können. Erst wenn die Stressreaktionen zu stark bzw. zu häufig auftreten, können sie zu seelischen und körperlichen Problemen führen. Zu den typischen Stressreaktionen zählen unter anderem eine Reduktion des Immunsystems (Infektanfälligkeit), Muskel- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Magen-Darmbeschwerden, Schlafstörungen, Tinnitus, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Gewichtsprobleme, Schwindel, Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Gereiztheit, Unsicherheit, Ängste sowie auch Gefühlsschwankungen.

Häufiger Stress kann in einem Burnout-Syndrom münden, welches durch ausgesprochene emotionale Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit gekennzeichnet ist. Ein Burnout-Syndrom ist keine Erkrankung mit eindeutigen diagnostischen Kriterien, stellt jedoch einen wesentlichen Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Störungen, z.B. Depressionen, dar.

Daher kommt dem Thema Stressbewältigung bei Patienten mit chronischen Erkrankungen eine besondere Bedeutung zu. Verschiedene Ansätze können zur Stressbewältigung verfolgt werden:

  1. Äußere Bedingungen verändern, z.B. Tagesabläufe ändern, Hilfen annehmen;
  2. Stressreaktionen verändern, z.B. durch sportliche Aktivität, Entspannungsverfahren;
  3. Sich selbst verändern, z.B. Ungeduld oder Perfektionismus reduzieren.

Stressbewältigungsstrategien sind erlernbar und hoch wirksam. Es konnte wiederholt gezeigt werden, dass effektive Stressbewältigung zu einer Reduktion der Medikation, zunehmender Fröhlichkeit, weniger Schmerzen, Blutdrucksenkung etc. führen kann. Jedoch gibt es kein Patentrezept für Stressbewältigung, jeder muss sich sein individuelles Stressbewältigungsprogramm zusammenstellen.


Zum Schluß sprach Fr. Dr. med . Anke Thümler von der Universitätsmedizin Mainz über:

Die Therapieansätze bei Depressionen

Die Depression ist eine Erkrankung, die zur Veränderung der Gefühle, der Gedanken, des Verhaltens und zu körperlichen Beschwerden führen kann. Sie erklärte, wie man die verschiedenen Symptome erkennen kann und welche Therapien in Frage kämen. Sie betonte auch, dass diese Diagnose heutzutage erfolgreich zu behandeln ist. Die Depression hätte einen ungünstigen Einfluss auf den Verlauf und Ausgang der körperlichen Erkrankung und vermindere die Lebensqualität des Patienten.


Der rege Austausch zwischen den Anwesenden zeigte uns wieder, dass solche Veranstaltungen willkommen sind. Wir bedanken uns sehr für das zahlreiche Erscheinen.

Bis zum nächsten Jahr!